Eine Tour durch die Erziehungssysteme

In der Geschichte des Weinbaus wird das Schneiden und Erziehen der Reben als der eigentliche Anfang  der Weinkultur dokumentiert. Unberührt von der Hand des Menschen klettert die Rebe möglichst hoch empor und bringt zwar geniessbare Frücht, doch sind dieselben zur Weinbereitung wenig geeignet. Man begegnet also dem Schneiden und Erziehen als Weinbergsarbeit seit den ältesten Zeiten nachweisbarer Weinkultur.

Erziehung
Also Erziehung wird im Weinbau die Art des Ausrichtens und der Befestigung der Reben bezeichnet. Sie ist von wesentlicher Bedeutung für die Qualität des Weines und weist je nach Anbaugebiet und zum Teil auch abhängig von der jeweiligen Rebsorte landestypische Besonderheiten auf.

Auf der Halbinsel Au werden die unterschiedlichsten Erziehungsformen als Versuchs- und Dokumentationszwecken praktiziert.

Traditionelle Erziehungssysteme
Buschrebenerziehung, Baumerziehung, Goblet, Ostschweizer Zapfenschnitt oder der Rundbogenschnitt (siehe Historischer Rebberg) werden nicht mehr oft oder nur in gewissen Regionen noch praktiziert. 




Heute übliche Erziehungssysteme
Der einfache Strecker (Guyot) wird in der Deutschschweiz praktisch ausschliesslich als die heute übliche Erziehungsform gewählt da die Vorteile überwiegen. Der Einfachstrecker ist auch weltweit sehr verbreitet.
Der Cordon (Zapfenschnitt) wird grösstenteils im Wallis praktiziert erfreut sich aber auch in der Deutschschweiz zunehmend als angenehme Alternative zum Strecker. Ein wichtiger Vorteil der Strecker- und Cordonerziehung  ist die einheitliche Höhe der Traubenzone. Dadurch hat man bei der Ertragsregulierung einen besseren Überblick und erleichtert auch das gezielte Auslauben der Traubenzone.


Doppelstrecker




Cordon