Querterrassen

Mit Ausnahme des Kantons Graubünden befindet sich der grösste Teil der deutschsprachigen Rebfläche in ausgesprochenen Hanglagen mit Neigungen von 20 bis 100%. Gut exponierte Hänge erhöhen die Ertragssicherheit und die Qualität, sind aber betreffend Bewirtschaftung deutlich erschwerter.
Seit jeher bemühen sich Rebbauern, mit dem Bau von Mauern oder Kleinterrassen die Nachteile der Steillagen zu verkleinern. so kann mit dem Bau von Terrassen den höheren Produktionskosten und erschwerten und arbeitsintensiveren Produktionsmethoden entgegengewirkt werden.

Ab welcher Neigung werden Terrassen erstellt?

   Mechanisierbare Terrassenanlagen sind bei einer Neigung von 40 - 60% sinnvoll und realisierbar. Unter 40% Neigung lohnt es sich die Anlage im Direktzug zu erstellen was einerseits die Produktionskosten im Vergleich dazu senkt. Über 65% Neigung können nur noch Schmal- oder Kleinterrassen erstellt werden da sonst bei gleichbleibender Terrassenbreite zu hohe Böschungen generiert würden. Schmal- und Kleinterrassen sind bzgl. Mechanisierbarkeit wiederum erschwert zu bewirtschaften.



Vor- und Nachteile der Querterrassierung

Vorteile:
- Effiziente Bewirtschaftung von Steillagen
- geringere Erosionsschäden
- Mechanische Bewirtschaftung im Einmannsystem am Steilhang
- Erleichterung sämtlicher Handarbeiten:geringere Ermüdung - grössere Leistung
- Dadurch resultiert eine massive Senkung der Handarbeitsstunden.
- Ker Kraftstoffverbrauch der Zugmaschinen ist auf der Ebene geringer als im 
  Hang in vertikaler Richtung
- Niederschläge stehen den Reben voll zur Verfügung und fliessen nicht 
  oberflächlich weg.
- Geringere Beschattung der Laubwansfläche
- Höhere ökologische Vielfallt dank extensiv bewirtschafteten Böschungen.
- Gesünderes Traubengut in niederschlagsreichen Gegenden

Nachteile:
- Böschungen über 2m können instabil werden
- Materialtransporte sind auf Terrassen nicht immer optimal. 
- In lang anhaltenden Trockenperioden kann in flachgründigen Böden
  Trockenstress entstehen.
- Die Einrichtung einer Bewässerungsstrategie kann notwendig werden.
- Anfangsrisiko des Abgleitens der Böschung vor der Begrünung vorhanden.
- Evtl. leicht erschwerte Laubarbeit (Rückseite)
- Unterhalt der Böschung
- Einmalige Erstellungskosten belaufen sich auf 5.-/Laufmeter
- Die heutige Parzellenform von Rebflächen macht eine Terrassierung oft
  unmöglich.
- Die Erstellung einer Terrassenanlage benötigt eine Baubewilligung.





Einreihen-Terrassensystem
Von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden in der Schweiz Einreihen-Terrassensysteme angelegt. Auf der alten Tessiner Terrasse wurden die Reben in der Mitte der Terrasse gepflanzt, was die Arbeit rund um den Stock erleichtert, eine Mechanisierung aber verhindert.
Das Pflanzen der Reben auf der vorderen Terrassenseite bringt zwei Vorteile:
1. Dir Reben wachsen im verdoppelten Humusraum (durch die Terrassenbau)
2. Je nach Terrassenbreite ist eine minimale bis maximale mechanische Bewirtschaftung möglich.




Die Mechanisierung
Heute in der Deutschschweiz übliche Terrassenbreite liegt bei 1.60m. Die Terrassenbreite wird als Fläche zwischen der Bösungskante und Böschungsfuss definiert. Die Rebreihen werden auf der Böschungskante gepflanzt (20cmm Abstand von der Böschungskante). Die Fahrgassenbreite in diesem System liegt bei 1.20 bis 1.30m.
Das kontinuirliche Befahren der Parzelle erreicht man durch den von Wendeplatten beidseitig der Parzellen. So kann wie in einer Passstrasse von der unteren Terrasse in die nächst höher gelegene Terrasse gefahren werden.


Wendeplatte


Einen grossen Nutzen und Zeitgewinn bringt quer durch die Parzelle verlaufender Bewirtschaftungsweg mit dem Ziel möglichst viele Terrassen anzuschneiden und somit zu erschliessen.
Das Befahren der Terrasse am Böschungsfuss ermöglicht das mechanische Mähen der Böschungen mit speziellen Böschungsmähern.